Brandenburg (Havel), jungsteinzeitliche Hockerbestattung

In der Potsdamer Landstraße 4 (Brandenburg/Havel) wurde Mitte November 2015 unerwartet ein steinzeitliches Grab entdeckt. Sie befand sich auf einem Areal mit steinzeitlichen Funden und Befunden. Der Verstorbene wurde in Hockerstellung auf der linken Seite liegend und nach Nord-Süd ausgerichtet beerdigt. Der Kopf fand sich in einer eher ungewöhnlichen Position, nicht liegend sondern aufrecht. Möglicherweise wurde der Kopfbereich bei der Bestattung aufrecht an die Grubenwand gelegt. Eine beigelegte Eberzahnlamelle weist das Grab möglicherweise in das frühe 3. Jahrtausend, aber eine genaue Datierung konnte bisher nicht erfolgen.

Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann, der im maturen Alter von etwa 45-60 Jahren verstarb. Die Köperhöhe ließ sich nicht feststellen. Am Gebiss zeigten sich Reste von Zahnstein, starke Parodontose und starke Abrasionen sowie Schmelzhypoplasien, die im 3. und 4. Lebensjahr entstanden sind. Weiterhin fand sich an der rechten, unteren Tibiadiaphyse ein gut verheilter Schrägbruch


Hockerbestattung in Situ

Unterkiefer mit starker Parodontose