Bredow, mittel- bis spätslawisches Gräberfeld

Im November 2005 wurden im Trassenverlauf des geplanten Ausbaus der B 5 zwischen Wustermark und Nauen am Fundplatz Bredow 24 überraschend menschliche Bestattungen entdeckt. Insgesamt konnten 11 Gräber archäologisch dokumentiert und die Knochen geborgen werden. Einige Streuknochen wurden in angrenzenden Störungen aufgefunden. Aufgrund von Keramikfunden konnten das Gräberfeld in die mittelslawische Zeit (spätes 10. bis Mitte 11. Jahrhundert) datiert werden. Die in mehreren Gräbern beigegebenen Schläfenringe wiesen allerdings in eine spätere Zeit vom späten 11. bis in die 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Unter Einbeziehung der Streuknochen ergab sich eine Gesamtanzahl von 15 Individuen, die eine zufällige Stichprobe darstellten. Deutlich überwogen die älteren Menschen, nur eine jugendliche und eine jungerwachsene Frau lagen vor, Kinder fehlten völlig. Das Geschlechterverhältnis war ausgewogen, acht Männer und sieben Frauen konnten bestimmt werden. Die männlichen Individuen waren durchschnittlich 169,5 cm groß und die weiblichen dagegen nur 154,9 cm. Die Verstorbenen waren recht stark durch verschiedenste Erkrankungen belastet, hauptsächlich an den Zähnen und Gelenken. Es fanden sich Anzeichen, dass auch schwere Krankheiten überlebt wurden.


Spondylarthrose am 10. Brustwirbel

Boden der linken Kieferhöhle mit durchgebrochenem entzündlichen Prozesses an der Wurzel des ersten Molars

Jungklaus B & Uhl U (2006): Die Schläfer an der Brücke- Beigabenreiche slawische Bestattungen bei Bredow. Lkr. Havelland. Archäologie in Berlin und Brandenburg 2005, 92-94.

Jungklaus B & Kennecke H (2011): Die slawischen Körpergräberfelder von Bredow und Hohennauen, Lkr. Havelland – Archäologische und anthropologische Aspekte. In: Biermann F, Kersting T & Klammt A (Hrsg.): Der Wandel um 1000. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteldeutschlands 60, 269-294.