Hohennauen, spätslawisches Gräberfeld

Im Jahr 2007 kamen 17 Bestattungen in Hohennauen zutage, dass einen der bedeutendsten archäologischen Fundplätze im Havelland darstellt. Einige Jahre zuvor wurden schon einmal Gräber entdeckt, die allesamt ins 11. bis 12. Jahrhundert datiert wurden. Diese Individuen repräsentieren vermutlich nur einen kleinen Anteil der vorhandenen Bestattungen.
Insgesamt stehen 23 Individuen der anthropologischen Untersuchungen zur Verfügung, die eine zufällige Stichprobe der damaligen Bevölkerung darstellen und nicht repräsentativ ist.
Der weitaus überwiegende Anteil verstarb im fortgeschrittenen Erwachsenenalter. Jugendliche und Personen über 60 Jahre ließen sich nicht nachweisen. Weiterhin fanden sich deutlich mehr Skelette von männlichen, als von weiblichen Individuen. Die durchschnittliche Körperhöhe der Erwachsenen lag etwa im Bereich vergleichbarer Populationen (Frauen 153 cm, Männer 166 cm).
Die Krankheitsbelastung war sehr hoch. Vorrangig waren Erkrankungen an den Zähnen und Kieferknochen nachzuweisen, häufig kamen auch degenerative Veränderungen der Gelenke und Wirbel vor. Zwei Kinder weisen Anzeichen von Mangelernährung auf und bei drei Erwachsenen fanden sich verheilte Knochenbrüche.


hochgradiger Abbau des Alveolarknochens an den seitlichen Zähnen der rechten Unterkieferseite

mit starkem Zahnsteinbefall an den Frontzähnen

Jungklaus B & Kennecke H (2011): Die slawischen Körpergräberfelder von Bredow und Hohennauen, Lkr. Havelland – Archäologische und anthropologische Aspekte. In: Biermann F, Kersting T & Klammt A (Hrsg.): Der Wandel um 1000. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteldeutschlands 60, 269-294.