Märkisch-Buchholz

Im Zuge von Straßenbauarbeiten wurden archäologische Untersuchungen im Stadtkern von Märkisch Buchholz durchgeführt. Im Frühjahr 2006 sind dabei (nord-) westlich der Kirche in größerem Umfang menschliche Bestattungen entdeckt worden. Dieses Areal gehört zu einer frühneuzeitlichen Erweiterung des Friedhofs, dessen historische Grenzen nicht genau bekannt sind.
Die 87 Individuen umfassende Skelettserie wurde anthropologisch untersucht. Es wurden bei jedem Individuum die Daten zu Sterbealter und Geschlecht erhoben und Spuren von Krankheiten dokumentiert. Der durch die Freilegung erfasste Ausschnitt der Bevölkerung ist zufällig und nicht repräsentativ. Der Sterbegipfel dieses Populationsausschnittes liegt im maturen Alter. Kinder befanden sich kaum darunter; es dürfte ein Defizit an Kinderskeletten in der Skelettserie vorliegen. Das Geschlechterverhältnis ist annähernd ausgewogen. Auffallend ist die recht hohe Krankheitsbelastung. Degenerative Erkrankungen sind häufig, teilweise äußerst stark entwickelt. Der Kariesanteil ist mäßig hoch, es kann auf eine eher auf Getreide ausgerichtete Mischkost geschlossen werden. Es liegen zwei Fälle von Syphilis in dem Knochenmaterial vor.


Ankylosierter sechster Hals- bis sechster Brustwirbel als Folge eines Morbus Bechterew.

Syphilitische Gummata an einer Tibiadiaphyse

Jungklaus B & Müller K (2008): Archäologische und anthropologische Untersuchungen in Märkisch-Buchholz, Landkreis Dahme-Spreewald. Einsichten 18, Archäologische Beiträge aus dem Süden des Landes Brandenburg 2006/2007, 267-271.