Penzlin, Sonderbestattungen an der Stadtmauer

In der Mauerstraße von Penzlin (Ldk. Mecklenburgische Seenplatte) wurden im Frühjahr 2015 elf Gräber ohne Zusammenhang zu einem regulären Friedhof entdeckt. Sie stammen wohl aus dem späten Mittelalter oder der frühen Neuzeit. Von diesen wurden acht Skelette anthropologisch untersucht.
Es liegen sechs Personen vor, die im Alter zwischen Mitte 20 und Ende 50 verstarben. Weiterhin konnten zwei ältere Kinder nachgewiesen werden, senile Individuen und Kleinkinder fanden sich nicht. Vier davon sind männlichen Geschlechts und zwei weiblichen, die übrigen zwei Individuen sind geschlechtsunbestimmt.
Die ermittelten Körperhöhen entsprechen dem zeittypischen Durchschnitt. Die Krankheitsbelastung ist unauffällig, lediglich Hinweise auf eine recht hohe körperliche Belastung der untersuchten Personen sind vorhanden.
Die Gründe für die irreguläre Bestattung der Verstorbenen an der Stadtmauer sind bisher nicht geklärt. Grundsätzlich kommen derartige Sonderbestattungen meist im Zusammenhang mit Notzeiten, wie Hungersnöte, Seuchenzüge oder Kriegsereignisse vor.


Verstärkte Linea mus. soleus an der rechten Tibia eines 11-13 Jahre alten Jungen

Dorsale Seite des rechten Femurs mit verstärkten Muskelansätzen an der Tub. glutaea