Skelettfund bei Groß Pankow

Im Oktober 2013 fand sich unerwartet ein vollständiges Skelett vor dem Ort Groß Pankow nahe der Bundesstraße 189 (Prignitz). Schon während der Freilegung war die ungewöhnliche Totenhaltung zu erkennen. Aufgrund der ziemlich schlechten Knochenerhaltung erfolgten eine eingehende In-situ-Begutachtung und eine besonders vorsichtige Bergung. Die anschließende anthropologische Untersuchung wurde nach den gängigen Methoden durchgeführt und schloss eine gründliche traumatologische Analyse mit ein.

Bei dem Individuum handelt es sich um einen etwa 35-39 Jahre alten Mann, dessen Körperhöhe nicht errechnet werden konnte. Am Gebiss zeigten sich Zahnstein, Parodontose und profunde Karies an den beiden oberen ersten Molaren. Weiterhin fanden sich an der linken Tibiadiaphyse streifige Periostreaktionen mit Schaftverdickung. Auffällig waren die zahlreichen unverheilten Knochenfrakturen, die sich teilweise lediglich am In-situ-Befund zeigten. Alle Extremitätenknochen waren zerbrochen sowie der Gesichtschädel von Hirnschädel in Teilen abgetrennt.

Als Schlussfolgerungen werden die Folgen einer Hinrichtung durch Rädern diskutiert, was den bisher ersten und einzigen derartigen Skelettfund im deutschsprachigen Raum darstellt.


In-situ-Lage des Skeletts

Biegefraktur an der rechten Tibia mit Biegungskeil

Jungklaus B & Kirsch E (2014): Aufs Rad geflochten. Erstmals vollständiges Skelett eines Geräderten. AiD 2014/2, 5.